Gelandet!

Kaum gelandet, waren schon die ersten Hürden zu überwinden: Gepäck und Ausgang zu finden, ist ja selbst in Flughäfen, in denen man die Informationen lesen kann, keine Kleinigkeit, und dann die Kontrolle für einreisende Ausländer überwinden.

Landung in Beijing

Meinen Pass hatte ich machen lassen, als ich nicht nur noch etliche Kilo mehr auf den Rippen (und Wangen) trug, sondern vor allem, als ich blond war! Ich musste also erst einmal erklären, wieso ich jetzt ganz anders aussehe.

Die Chinesen lernen in der Schule Englisch. Das bedeutet aber nicht, dass sie es als Erwachsene noch praktizieren. Hier kam mir zum ersten, aber beileibe nicht zu letzten Mal meine Ausbildung in Gebärdensprache zugute. Zwar kann ich nicht international gebärden, aber ich habe jegliche Hemmung in Bezug auf visuell-gestische Kommunikation verloren. Und so kommuniziere ich hier meistens, indem ich gestikuliere und mimisch herumkasperle, was sowohl mir als auch den Einheimischen großen Spaß macht.

Glücklicherweise wurde ich vom Flughafen abgeholt und zu meinem WG-Zimmer begleitet – eine kleine Weltreise. Die Stadt erscheint riesig, wenn man das herzige, überschaubare Wien gewohnt ist! Dafür hat der einzelne Mensch trotzdem weniger Platz hier. Mein Zimmer ist 12 m2 groß und wurde als „das größte Zimmer“ bezeichnet, dafür habe ich eine Loggia (noch einmal 4 m2), die ich a dem Frühling zu genießen denke, denn genau so etwas fehlt mir Zuhause in Wien.

Meine Loggia und der Ausblick – die Herzerln sind von meinen Wiener Kolleginnen ❤

Mein angeblich 10-minütiger Spaziergang zur nächsten U-Bahn Station (Auskunft meiner chinesischen Host) dauert flotten Schritts 25 Minuten. Dabei gehe ich Wiener Tempo, und das ist ungefähr doppelt so schnell wie das der Pekinger.

Nach der Ankunft stellte ich nur schnell meinen Koffer ab und hatte nicht einmal Zeit für eine Dusche, denn ich sollte sofort eine Chinesische SIM-Karte erwerben, um in den Genuss des Chinesischen Internets zu kommen. Das unterscheidet sich vom Westlichen in so Vielem, dass ich einen eigenen Artikel darüber verfassen werde. Diese Prozedur dauerte einige Stunden. Zuerst mussten wir ein passendes Geschäft finden – und die Fußwege sind, wie gesagt, sehr ausufernd hier – dann zogen wir eine Nummer und warteten ewig lange. In der Zwischenzeit unterrichtete mich meine Host über meine Aufgaben der nächsten Tage: 2 Wochen lang keinen freien Tag, mal gucken, wie es weitergeht. Ja, so ist die Arbeitsmoral in China 🙂

Endlich hatte ich meine Chinesische Telefonnummer und fand sogleich heraus, dass ich damit keinen Hotspot mehr erstellen kann, was bedeutet, dass ich mit dem Laptop nicht ins Netz komme…

Dann gings zur Bank of China, um ein Konto zu erstellen, denn meine Rechnungen kann ich hier nur online zahlen. Bargeld ist völlig aus der Mode. Jeder kleine Streetfood-Stand nimmt virtuelles Geld. Dafür gibt es hier eigene Apps. Die Bank of China lehnte mich allerdings als Kundin ab, da mein Visum nur für begrenzte Zeit gilt. Also gingen wir auf die Suche nach einer anderen Bank, die mich akzeptieren würde. Auch dort wieder hochkomplizierte Vorgänge, bis ich endlich mein Bargeld einzahlen konnte und somit geschäftsfähig bin.

Inzwischen war es Abend geworden. Ich schleppte mich heim, fiel sogleich ins Bett und schlief erst einmal 12 Stunden, denn am nächsten Tag erwartete mich schon die erste berufliche Bewährungsprobe…

Hier wohne ich – zum Glück nur im 5. Stock (von 25) – falls der Lift ausfällt, schaff ich es auch locker zu Fuß.

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